Leinen

Im späten 19 Jahrhundert wurde Leinen in der Industrie durch Baumwolle verdrängt, es wurde längere Zeit in Europa aus Gründen des Umweltschutzes nicht mehr praktiziert, doch seit Ende dem 20 Jahrhundert bekommt die Naturfaser wieder mehr Bedeutung.

Die Leinenfaser wird aus der Flachs-Pflanze gewonnen. Abhängig vom Reifegrad besteht eine Flachsfaser aus 71% Cellulose. Sie bevorzugt ein mildes und feuchtes Klima. Vermutlich hatte der Flachsanbau in Vorderasien seinen Ursprung.

Ernten

Bei der Ernte werden die Leinen-Pflanzen ausgerissen, das Stroh wird anschließend auf dem Boden (in Schwadlage) getrocknet und anschließend geröstet, vom Holz getrennt und ausgekämmt. Nun kann die Faser zu Garn gesponnen werden. Das Spinnen war hauptsächlich eine Tätigkeit von Frauen. Beim Weben wurden die längs laufenden Fäden mit einem quer laufenden Faden im rechtem Winkel überkreuzt und mit Hilfe des Webers von rechts nach links und wieder zurück bewegt, jeder 2 Kettfaden wird gehoben, der andere gesenkt. Mit einem Webkamm kann so der Schussfaden zum fertigem Gewebe gedrückt werden.

Färben von Leinen

Naturprodukte wie Pflanzen, Blätter und Steine dienten zum färben.

Rote Farbe erhielt man von der Stockrose

Die blaue Farbe entsteht durch den Färberwaid

Zunächst müssen alle Stoffarten gewaschen werden, Beizmittel wie Alaun machen die Faser aufnahmefähiger für die verschiedene Farbstoffe. Für den Vorgang wurden bestimmte Pflanzen, getrocknet und zerkleinert und in einem Kessel mit Wasser aufgelöst, in dem die Stoffe eingetaucht wurden. Nach dem färben spült man sie mit klarem Wasser ab. Will man eine noch intensivere Farbe erzielen, wiederholt man den Vorgang nochmal. Es empfiehlt sich für die Färbung mit den Pflanzenfarben Regenwasser zu benützen. Nach dem färben werden die Stoffe sorgfältig ausgewaschen und anschließend getrocknet. Leinenstoffe lassen sich im Gegensatz zu Baumwolle nur schwer färben. Aus dem fertigem Leinenstoff können verschiedene Kleidungsstücke wie Hemden, Hosen sogar Bettwäsche und Tischdecken gefertigt werden.

Kleider aus Leinen sind für Allergiker geeignet, besonders zu empfehlen ist Leinen bei heißem Wetter zu tragen, es ist kühlend atmungsaktiv und gibt die Feuchtigkeit wieder ab, außerdem ist Leinen sehr robust und reißfest.

Pflegehinweis:

Keine aggressive Waschmittel benutzen, da diese bleichende Stoffe enthalten welche die Leinenfasern austrocknen und brüchig werden lassen, besser wäre ökologisch abbaubare Naturwaschmittel. Waschen bei 40° und niemals zu wild schleudern.